Resilienz im Fokus: Vorarlberg startet Interreg-Projekt KURE
Mit KURE – Kultur der Resilienz haben wir im Mai unser erstes Interreg-Projekt zur Stärkung von Kulturbetrieben in der Bodenseeregion gestartet. Gemeinsam mit Kulturvereinen und soziokulturellen Zentren aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein entwickeln wir Methoden und Strategien, um den aktuellen Herausforderungen im Kulturbereich strukturell und kooperativ zu begegnen. Angesprochen sind besonders kleine und mittelgroße Kulturbetriebe und deren Führungskräfte. Der offizielle Projektauftakt des Projektleitungs-Teams fand am 17. Juni 2026 in Ravensburg statt.
Gemeinsam stärker: KURE vernetzt Kulturbetriebe aus Vorarlberg und der Region
KURE – Kultur der Resilienz ist ein durch Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein gefördertes Kooperationsprojekt zur Stärkung der Resilienz von kleinen und mittleren Kulturbetrieben in der Bodenseeregion.
Das Projekt baut auf einer intensiven Vorphase im Jahr 2025 auf: Gemeinsam mit der FHV Vorarlberg University of Applied Sciences (Forschungsgruppe Empirische Sozialwissenschaften), der LAKS Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg und dem KAPUZINER - Raum für Kunst, Kultur und Soziales Ravensburg entwickelten wir eine Projektskizze reichten diese im letzten September ein. Wir berichteten hier darüber.
Ausgangspunkt waren unter anderem Impulse aus dem Kulturforum der Internationalen Bodenseekonferenz in Schaffhausen im Mai 2025 sowie zahlreiche Gespräche mit Akteur:innen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Diese zeigten deutlich, wie ähnlich die Herausforderungen im Kulturbereich länderübergreifend sind: Von prekären Arbeitsbedingungen über Fachkräftemangel bis hin zu Fragen der Finanzierung, Qualitätssicherung und strukturellen Weiterentwicklung.
Mit dem positiven Entscheid im Interreg-Programm konnten wir KURE im Mai 2026 starten. Der offizielle Projektauftakt fand am 17. Juni 2026 bei den Kolleg:innen im KAPUZINER in Ravensburg statt, wo wir Vollpartner:innen uns zu einem ersten Arbeitsgespräch trafen und die nächsten Schritte gemeinsam abstimmten. Das Projekt wird bis 2028 laufen und mit Kulturvereinen, Kulturzentren und anderen Einrichtungen zahlreiche assoziierte Partner:innen aus der Region Bodensee Alpenrhein Hochrhein einbeziehen.

Inhalte & Ziele
KURE schafft einen Rahmen für systematischen Austausch, Forschung und praxisorientierte Entwicklung. Im Fokus stehen Führungskräfte wie Vorstände, Geschäftsführer:innen und künstlerische Leiter:innen von Kulturbetrieben in freier Trägerschaft. In beteiligenden Workshopformaten mit fachlichem Input und praktischen Beispielen und Erfahrungen werden Strategien erarbeitet, die zur Stabilisierung, Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen beitragen.
Ziel des Projekts ist der Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks sowie die Entwicklung anwendungsorientierter Methoden und Materialien, darunter eine praxisnahe Handreichung. Begleitend werden wissenschaftliche Erkenntnisse zu Transformationsprozessen im Kulturbereich erhoben.
Stimmen aus dem Projekt
"Die gemeinsame Erarbeitung der Projektskizze KURE war für mich als Forscher eine besondere Gelegenheit. Zum einen konnte ich mich intensiv mit den Transformations-Prozessen in Kulturbetrieben auseinandersetzen, einem Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz, das entscheidend für den sozialen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der Region ist. Zum anderen ermöglichte der Prozess einen frühen, engen Austausch mit Akteur:innen der Kulturszene, in dem wir das Design und die Fragestellungen kooperativ entwickeln konnten. Besonders motivierend war für mich die Aussicht, mit unserer Forschung eine grenzüberschreitende Wirkung zu entfalten, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praktisch anschlussfähig ist."
Dr. Thomas Zabrodsky, Projektlead KURE, FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences
"Unser Hauptanliegen als Interessensvertretung unabhängiger, gemeinnütziger Kultureinrichtungen ist, dass diese als Betrieb inkl. aller Akteur:innen gesund bleiben und ihre Arbeit fortführen können. Vereinsfunktionär:innen und Geschäftsführungen sollen daher strategisch, strukturell und solidarisch unterstützt werden, um gesellschaftlich weiterhin wirken zu können. In den Kulturvereinen passiert schließlich eine relevante Basisarbeit: Vielfalt bieten den Boden, damit Kunst und Kultur und letztlich der Mensch in jeglicher Form und Größe wachsen kann."
Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin IG Kultur Vorarlberg
"KURE führt uns über Ländergrenzen hinweg zu den Gemeinsamkeiten in der Bodenseeregion: Wie gelingt es den Kulturschaffenden in diesen herausfordernden Zeiten, stabil zu bleiben? Wie können wir Führungskräfte stärken und resiliente Netzwerke schaffen, um gemeinsam das kreative Potential von Kunst und Kultur weiter zu entwickeln? Die Relevanz der Soziokultur drückt sich darin aus, Kunst und Gesellschaft zusammen zu denken, Zugänge zu schaffen, Kultur für alle zu ermöglichen (zumindest für möglichst viele). Aktuelle Methoden und valide wissenschaftliche Daten wie sie in diesem Projekt angewandt und erhoben werden, helfen enorm, die nötige Transformation im Kulturbereich zu realisieren."
Laila Koller, LAKS Baden-Württemberg e.V.
Projektdetails
Name: KURE – Kultur der Resilienz. Kulturbetriebe systemisch stärken
Programm: Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein (ABH VI)
Laufzeit: 01.05.2026 – 31.07.2028
Gesamtvolumen: EUR 443.029,-
Projektleitung:
- Mag. Dr. Thomas Zabrodsky, FHV Vorarlberg University of Applied Sciences
Projektteam:
- FHV Vorarlberg University of Applied Sciences (Lead, AT), vertreten durch Mag. Dr. Thomas Zabrodsky und Dr. Hilmar Brohmer
- IG Kultur Vorarlberg (AT), vertreten durch Mirjam Steinbock und Gabi Hampson
- LAKS Baden-Württemberg e.V. (DE), vertreten durch Laila Koller
- KAPUZINER – Raum für Kunst, Kultur und Soziales e.V., Ravensburg (DE), vertreten durch Stephanie Geyer und Dr. Robert Huber
Projektseite:
