Profis der Nation. k.u.u.g.e.l.-Masterplan für Österreich

Als vor nunmehr gut drei Jahren die deutsche ExpertInnenkommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt", besser bekannt als "Hartz-Kommission", ihre arbeitsmarktpolitischen Reformvorschläge unterbreitete, vernahm man von Seiten der österreichischen Bundesregierung die etwas tollkühne Behauptung, der überwiegende Teil der dort vorgeschlagenen Maßnahmen sei in Österreich längst gängige Praxis.

Als vor nunmehr gut drei Jahren die deutsche ExpertInnenkommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt", besser bekannt als "Hartz-Kommission", ihre arbeitsmarktpolitischen Reformvorschläge unterbreitete, vernahm man von Seiten der österreichischen Bundesregierung die etwas tollkühne Behauptung, der überwiegende Teil der dort vorgeschlagenen Maßnahmen sei in Österreich längst gängige Praxis. All jene freilich, welche mit den hiesigen Verhältnissen vertraut sind, ließen sich von den schön redenden Worten der politischen Klasse dieses Landes nicht den Blick trüben und enttarnten sie als das, was sie sind. Nämlich - man muss es wohl in aller Deutlichkeit und Härte formulieren - Lügen, und ganz schön dreiste obendrein.

Nun kann man zwar durchaus sagen, Arbeitsmarktservice flutscht besser als das olle Arbeitsamt, aber gegen die Hartzsche Dreieinigkeit von JobCenter, KompetenzCenter und PersonalServiceAgenturen kann’s dann wohl doch nicht an. Die eigentliche Lüge jedoch liegt keineswegs in solchen Details, nein - sie liegt in der Sache selbst: Im Gegensatz zu Hartz und KonsortInnen ignoriert das hiesige Establishment nämlich nach wie vor hartnäckigst die simple Tatsache, dass eine zeitgemäße, an der "Leitidee Eigeninitiative auslösen - Sicherheit einlösen" orientierte Arbeitsmarktpolitik durch den aktivierenden Staat alleine nicht bewerkstelligt werden kann. Für deren praktische Realisierung unabdingbar ist umfassendes zivilgesellschaftliches Engagement und also eine aktive Bürgergesellschaft, welcher von Seiten des Staates allenfalls die Mittel zur Verfügung gestellt werden können, derer sie bedarf, um - wie Gerhard Schröder es so schön formulierte - "sich selbst zu regieren, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen."

Eben dieser Erkenntnis, dass nämlich jeder gefordert ist, "sich auf sein spezifisches Können und auf seine Stärke zu konzentrieren und mitanzupacken, wo immer es geht", ist der dreizehnte und letzte Teil der Hartz-Papiere mit dem schönen Titel "Beitrag der Profis der Nation" gewidmet. Eine besondere Bedeutung kommt im Rahmen dieses Projekts nämlich der geistigen und intellektuellen Führerschaft eines Landes, also UnternehmerInnen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen, JournalistInnen, Geistlichen usw., eben den Profis der Nation zu, insofern erst jene die zivile Bürgergesellschaft effektiv zur Realisierung eines "Mosaiks von Projekten in vielen Bausteinen" zu animieren vermag. Und dieses, wie gesagt, ist unabdingbare Voraussetzung zur Überwindung der Misere am Arbeitsmarkt und mithin der Krise, in die unser Land geschlittert ist - nur so werden wir wieder flott, und Sie sollten das mitmachen!

Die politische Klasse Österreichs in ihrer bürokratischen Schwerfälligkeit und ihren Allmachtsfantasien, mit ihren versteinerten Strukturen und dem nach wie vor wuchernden Parteienfilz jedoch weigert sich bislang hartnäckig, all dies zur Kenntnis zu nehmen. Das Innsbrucker ExpertInnenkollektiv k.u.u.g.e.l. hat deshalb den Entschluss gefasst, dieser untragbaren Situation nicht mehr länger untätig beiwohnen zu wollen. Als Avantgarde einer zivilen Bürgergesellschaft auch in Österreich nimmt sich k.u.u.g.e.l. der Sache an und richtet ein eindringliches Plädoyer an alle anderen Profis der Nation, es ihm gleichzutun: Nur so werden wir wieder flott, und Sie sollten das mitmachen!

Als ersten Schritt des Masterplans für Österreich hat k.u.u.g.e.l. dabei den Motivations- und Mobilisierungsparcours "work:out" entwickelt, welcher sich die Förderung der für jede flotte Ich-AG unabdingbaren Skills und Schlüsselqualifikationen zum Ziel gesetzt hat. Erreicht werden soll dieses Ziel einer nachhaltigen Förderung der Employability von Ich-UnternehmerInnen für den Wirtschaftsstandort Österreich mittels eines ausgeklügelten Sets von acht Consultingclusters, die jede für sich und alle zusammen nichts weniger offerieren als Kompetenzcoaching at its best.

Erfolgsbedingung Nr. 1 im neuen Dienstleistungsmarkt ist bekanntlich ja das kompetente Ich-Marketing. Eigenlob tut Not! Es gilt einen eigenen, authentischen Stil zu entwickeln und aus dem inneren Dialog ein selbstbewusstes Erfolgscharisma zu kreieren. Die eigene Arbeitskraft ist das wichtigste Kapital im Konkurrenzkampf um die Auftragsetats, der eigene Körper muss deshalb stets toptrainiert und gepflegt sein. Dem allgemeinen Gejammer der Gutmenscherei greift die erfolgreiche Ich-AG mit euphorischer und nachhaltiger Verbreitung der Frohbotschaft vom freien Wettbewerb voraus. Es ist die Konkurrenz, die das Geschäft belebt. Die Botschaft lautet also: "Unternehme dich selbst, sei fit für den täglichen Konkurrenzkampf alle um alles."

Es ist nicht nur schön, wenn Menschen schön aussehen - es verschafft Ihnen auch viele Vorteile. Wem die Gene nicht so gut mitgespielt haben, der/die muss entsprechend mehr in sein/ihr Outfit investieren. Dazu gehört auch die Corporate Identity - die gefühlte Identität. So erzeugt die Ich-AG die Lust auf Leistung, denn Anstrengung ohne Lust macht keinen Spaß! Die Ich-AGler glauben deshalb fest und unumstößlich an ihre eigene Unternehmensphilosophie, an die freie Marktwirtschaft und das Leistungsprinzip! Das Leben ist ein Spiel. Der/die Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der/ die Feige in ihr, der/die Mutige nach ihr. Für die Ich-AG-UnternehmerInnen ist die starke Ausprägung von Mut, Risikobereitschaft, Organisationstalent, Bereitschaft zum Verzicht, Zielorientierung und Durchsetzungsvermögen entscheidend. Der alles entscheidende Erfolgsfaktor bleibt aber die Selbstmotivation. Sie wirkt wie eine InterkontinenInterkontinentalrakete: Ist das Ziel erst einmal festgelegt und ausformuliert, zündet die Rakete auch, stößt gegen alle Widerstände ihrer Bestimmung - erst langsam, dann immer schneller.

Mittels eines derart ausgeklügelten Konzepts hofft k.u.u.g.e.l. seinen Motivations- und Mobilisierungsparcours "work:out" nicht nur in den Dienst einer nachhaltigen Erschließung von bislang brach liegenden Humankapital-Ressourcen stellen zu können. Mehr noch hoffen wir darauf, dass "work:out" als erster Baustein des angesprochenen Mosaiks eine Kettenreaktion auslösen wird und sämtliche Profis der Nation sich schon bald an allen Ecken und Enden des Landes erheben und sich einreihen mögen, in eine große Projektkoalition für Arbeit - denn: Nur so werden wir wieder flott, und Sie sollten das mitmachen!


k.u.u.g.e.l. ist das für Projektmanagement und Abwicklung von work:out zuständige ExpertInnenkollektiv mit Homebase in Innsbruck und als solches Avantgarde einer zivilen Bürgergesellschaft in und für Österreich